Haufe X360 Module im Überblick: Finanzbuchhaltung, CRM, Lager & mehr
10. September 2026
Ein Warenwirtschaftssystem, das nicht mit der Buchhaltung spricht. Ein CRM, das eigentlich nur eine zweite Kundendatenbank ist. Und irgendwo dazwischen eine Excel-Liste, die den aktuellen Lagerbestand „ungefähr“ zeigt. Dieses Muster kennt fast jedes wachsende Unternehmen im Mittelstand: mehrere Systeme, die einzeln funktionieren, aber nicht miteinander reden.
Haufe X360 ist ein cloudbasiertes ERP-System auf Basis von Acumatica für Unternehmen mit rund 10 bis 250 Mitarbeitenden. Es bündelt sechs Module auf einer gemeinsamen Datenbasis: Finanzen & Buchhaltung, Warenwirtschaft & Logistik, Vertrieb/CRM/E-Commerce, Produktion & Projektsteuerung, Service & Außendienst sowie Schnittstellen & Erweiterbarkeit. Für ein mittelständisches Unternehmen dauert die Einführung meist 4 bis 6 Monate bis zum Go-live. BOLD & EPIC Transform ist zertifizierter Haufe X360 Gold-Partner und begleitet diesen Weg von der Auswahl bis zum laufenden Betrieb. Die folgenden Abschnitte gehen jedes Modul im Detail durch.
Was ist Haufe X360?
Haufe X360 läuft vollständig im Browser, ohne eigenen Server und ohne lokale Installation. Zwei Punkte unterscheiden es von vielen anderen ERP-Systemen im deutschen Markt: eine offene API-Infrastruktur nach dem Best-of-Breed-Prinzip und die Kombination aus der Acumatica-Technologie mit dem Ansatz der Haufe Gruppe.
Die sechs Haufe X360 Module im Überblick
Alle Module greifen auf dieselbe Datenbasis zu. Kunden-, Artikel- und Buchungsdaten werden einmal erfasst und stehen in jedem Modul zur Verfügung.
Alle Module greifen auf dieselbe Datenbasis zu. Kunden-, Artikel- und Buchungsdaten werden einmal erfasst und stehen in jedem Modul zur Verfügung.
Modul | Kernfunktionen |
Finanzen & Buchhaltung | Hauptbuch, Debitoren-/Kreditorenbuchhaltung, Mehrwährungsmanagement |
Warenwirtschaft & Logistik | Bestandsverwaltung, Einkauf, Lagerführung, Kommissionierung |
Vertrieb, E-Commerce & CRM | CRM, Auftragsabwicklung, Kundenportal, Shop-Integration |
Produktion & Projektsteuerung | MRP, Stücklisten, Projektzeiterfassung, Qualitätsmanagement |
Service & Außendienst | Einsatzplanung, Servicevertragsmanagement, mobile Apps |
Schnittstellen & Erweiterbarkeit | Offene APIs, DATEV-, Banking- und Shop-Anbindungen |
Finanzbuchhaltung
Kernstück der Finanzbuchhaltung ist das Hauptbuch: Alle Transaktionen aus Vertrieb, Einkauf, Lager und Projekten laufen dort automatisch zusammen, GoBD-konform geprüft durch das unabhängige Prüfunternehmen Revidata. Standardberichte wie BWA, GuV, Bilanz und Summen- und Saldenlisten lassen sich anpassen und als Excel oder PDF exportieren.
Die Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung deckt Mahnwesen, Kreditlimitprüfung, automatisierte Rechnungsabgrenzung und Mehrwährungsunterstützung ab. E-Rechnungen im ZUGFeRD- und X-Rechnung-Format verarbeitet das System direkt, inklusive Validierung und Massenversand. Beim Zahlungsverkehr gleicht Haufe X360 Kontoauszüge automatisch ab und bindet Bankkonten, Kreditkarten und PayPal ein. Steuermeldungen laufen über eine Elster-Schnittstelle zur Umsatzsteuervoranmeldung, der Austausch mit dem Steuerberater über eine DATEV-Unternehmen-Online-Anbindung. Für Unternehmen mit mehreren Gesellschaften kommen Firmen- und Holdingstrukturen mit Cross-Company-Verkäufen und zentralisiertem Einkauf hinzu.
- Hauptbuch mit BWA, GuV, Bilanz und Summen-/Saldenlisten
- Debitoren-/Kreditorenbuchhaltung mit Mahnwesen und Kreditlimitprüfung
- E-Rechnung (ZUGFeRD, X-Rechnung) inklusive Validierung
- Zahlungsverkehr mit automatischem Kontoauszugsabgleich
- Elster-Schnittstelle für Umsatzsteuervoranmeldungen
- DATEV-Unternehmen-Online-Anbindung an den Steuerberater
- Anlagenbuchhaltung mit mehreren Abschreibungsbüchern
- Mehrwährungsmanagement und Firmen-/Holdingstrukturen
Wer die Buchhaltung nicht komplett intern abbilden will, kann das Finanzmodul mit unserem Accounting-as-a-Service-Angebot kombinieren: ein digitaler Buchhaltungsservice auf derselben Datenbasis.
Warenwirtschaft & Lager
Im Zentrum steht die Bedarfsplanung (DRP): Das System errechnet aus Bestellungen, Lagerbeständen und Lieferzeiten, wann Einkauf, Lagertransfer und Versand ausgelöst werden müssen, um Liefertermine zu halten und gleichzeitig die Lagerkosten niedrig zu halten.
Bestände sind in Echtzeit sichtbar, auch auch mobil per Barcode-Scan in der Haufe X360 App bei der physischen Inventur bei der physischen Inventur. Artikel lassen sich mit Chargen- und Seriennummern bis auf Einzelteilebene zurückverfolgen, inklusive Verfallsdatum und Prüfstatus. Bei der Auftragsabwicklung greifen Kreditlimitprüfung, automatisierte Frachtkostenermittlung, Sammelrechnungen und eine Rücksendeverwaltung (RMA) ineinander. Auf der Einkaufsseite bündelt das Modul Lieferantenmanagement, Rahmenbestellungen und Streckenlieferungen (Dropshipping) in einem Ablauf. Für Großhandel oder Baumaschinenhandel mit komplexen Lieferketten ist das oft der größte Unterschied gegenüber einer Excel-Lösung.
- Bedarfsplanung (DRP) für Einkauf, Lagertransfer und Versand
- Lagerbestände in Echtzeit, auch mobil per Scanner-App
- Chargen- und Seriennummernverfolgung mit Verfallsdatum
- Physische Inventur und Umlagerung zwischen Standorten
- Kommissionierung und automatisierte Frachtkostenermittlung
- Kreditlimitprüfung und Rücksendeverwaltung (RMA)
- Lieferantenmanagement, Rahmenbestellungen, Dropshipping
Produktion & Projektsteuerung
Die Produktionsplanung (PPS) vergleicht laufend geplante mit tatsächlichen Material- und Arbeitskosten und zeigt so, wo ein Auftrag von der Kalkulation abweicht. Die Materialbedarfsplanung (MRP) errechnet daraus Bestellvorschläge und meldet Engpässe, bevor sie den Produktionsplan gefährden. Für die Fertigungssteuerung selbst stehen Kapazitätsplanung, Werkzeugeinsatzplanung und ein Dashboard zur Maschinen- und Mitarbeiterauslastung bereit.
Stücklisten lassen sich mehrstufig mit Baugruppen, alternativen Varianten und vollständiger Revisionshistorie abbilden, ein Produktkonfigurator wandelt komplexe Konfigurationen direkt in Stücklisten um. Für projektbasierte Arbeit, etwa im Anlagenbau, kommt das Projektcontrolling hinzu: Kosten aus Material, Arbeitszeit und Fremdleistungen laufen automatisch auf das jeweilige Projekt, Fakturierung ist nach Festpreis, Meilenstein oder Aufwand möglich, mit automatischer Warnung bei Budgetüberschreitung.
- Produktionsplanung und -steuerung mit Soll-Ist-Kostenvergleich
- Materialbedarfsplanung (MRP) mit automatischen Bestellvorschlägen
- Kapazitäts- und Werkzeugeinsatzplanung je Maschine und Mitarbeiter
- Mehrstufige Stücklisten mit Revisionshistorie und Produktkonfigurator
- Vorkalkulation für Angebote und Produktionsaufträge
- Projektcontrolling mit automatischer Kostenzuordnung je Projekt
- Fakturierung nach Festpreis, Meilenstein oder Aufwand
- Automatische Warnung bei Budgetüberschreitung
Service & Außendienst
Die Einsatzplanung läuft über eine Plantafel mit Kartenvorschau: Wer verfügbar ist, welche Qualifikation, welches Werkzeug ein Einsatz braucht und wie die Route dorthin aussieht, zeigt das System auf einen Blick. Techniker sehen im Feld per App dieselben Daten wie im Büro und erfassen Zeiten, Materialien und Serviceberichte direkt vor Ort.
Beim Kunden installierte Geräte lassen sich mit Wartungsintervallen, Garantie und Ersatzteilbedarf verwalten, sodass sich Wartungstermine automatisch generieren statt manuell nachgehalten zu werden. Serviceverträge mit unterschiedlichen Laufzeiten und Abrechnungsintervallen liegen zentral im System, verknüpft mit den Geräten und Ansprechpartnern des jeweiligen Kunden.
- Einsatzplanung über Plantafel mit Kartenvorschau und Routenplanung
- Mobile App für Techniker mit Echtzeit-Datenzugriff im Feld
- Gerätemanagement mit Wartungsintervallen und automatischer Terminerstellung
- Ersatzteilmanagement direkt aus dem Warenwirtschaftsmodul
- Servicevertragsmanagement mit flexiblen Abrechnungsintervallen
- Qualitätsprüfungen und Checklisten direkt im Serviceeinsatz
Schnittstellen & Erweiterbarkeit
Über offene REST- und SOAP-APIs sowie Webhooks und Push-Benachrichtigungen lassen sich Drittsysteme anbinden, auch ereignisgesteuert in Echtzeit. Im Partnernetzwerk sind bereits über 60 Schnittstellen zertifiziert: Shop-Konnektoren wie Shopware, Shopify, WooCommerce und Magento, Marktplätze wie Amazon, CRM-Systeme wie HubSpot und Salesforce, Versanddienstleister wie DHL und Sendcloud sowie das Microsoft-Ökosystem mit Outlook, Teams und Power BI. Ist eine benötigte Anbindung nicht dabei, übernimmt das ISV-Team die individuelle Entwicklung.
- REST- und SOAP-API für beliebige Drittsysteme
- Shop-Konnektoren: Shopware, Shopify, WooCommerce, Magento
- Marktplatzanbindungen: Amazon und weitere Handelsplattformen
- CRM- und Kommunikationsanbindungen: HubSpot, Salesforce, Outlook, Teams
- Versand- und Logistikanbindungen: DHL, Sendcloud, Shipcloud
Wo der Standard nicht reicht, etwa bei speziellen Kostenstellenmodellen oder branchenspezifischen Abrechnungslogiken, lässt sich das System gezielt erweitern. Wie individuelles Customizing für Haufe X360 aussieht und wann eigene Softwareentwicklung sinnvoller ist als eine Standardanpassung, hängt vom Einzelfall ab.
Cloud-ERP oder On-Premise: der Unterschied bei den Modulen
Dimension | Cloud-ERP (Haufe X360) | On-Premise |
Kosten | Planbare Nutzungsgebühr pro Jahr, Betriebskosten inklusive | Hohe Anfangsinvestition, laufende Betriebskosten obendrauf |
Server & IT | Kein eigener Server, keine Wartung nötig | Eigene Hardware, Wartung, Backups beim Kunden |
Updates | Automatisch durch den Hersteller | Manuell, oft jahrelang aufgeschoben |
Verfügbarkeit | Ortsunabhängig über den Browser | Meist ans Firmennetz gebunden |
Skalierung | Nutzer und Module werden einfach hinzugebucht | Neue Hardware und Projektaufwand nötig |
Anpassung | Offene API, moderne Integrationen | Individualisierung möglich, aber teurer und updatekritisch |
Bei der Skalierung zeigt sich der Unterschied am deutlichsten: Neue Nutzer werden ohne Hardware-Investition hinzugebucht. Weitere Standorte oder Gesellschaften lassen sich dank Mehrmandantenfähigkeit als eigene Einheiten mit konsolidierter Auswertung anlegen. Mehrere Währungen, Sprachen und steuerliche Regelwerke sind für internationales Wachstum bereits im System angelegt.
Ein Beispiel aus der Praxis: esb steuert seinen Produktionsprozess mit Haufe X360
BOLD&EPIC-Transform-Kunde esb fertigt Gasspülkegel für Stahlwerke. Deren Herstellung erfordert größte Präzision. Damit sich das Unternehmen vollends auf die Fertigung konzentrieren kann, hat esb mit uns seine ERP-Prozesse optimiert. Dabei verlief die Implementierung in zwei Phasen: Auf eine etwas langsamere Startphase folgten ein Kickoff bei BOLD & EPIC vor Ort sowie mehrere Standortbesichtigungen bei esb, denn nur wer den genauen Geschäftsablauf kennt, kann auch verstehen, welche Folgeprozesse er auslöst.
Im Ergebnis laufen die Arbeiten nun deutlich effizienter und strukturierter ab. Mitarbeitende können ihre Aufträge nun gezielt filtern. Zudem sind die Kosten deutlich besser aufgeschlüsselt, da jedem Teilprozess eine Ressource und damit einhergehend auch einer Kostenstelle zugeordnet wurde.
Wie läuft die Einführung ab?
Für ein mittelständisches Unternehmen sind 4 bis 6 Monate bis zum Go-live realistisch, abhängig vom Umfang der genutzten Module und der Qualität der zu migrierenden Daten. Der größte Kostentreiber ist selten das System selbst, sondern jede Abweichung vom Standardprozess. Je näher ein Unternehmen am Standard bleibt, desto schneller und stabiler läuft die Einführung.
Eine ERP-Einführung ist in erster Linie ein Organisations- und Transformationsprojekt, kein reines IT-Projekt. Change Management ist deshalb von Beginn an Teil jeder Projektphase, von der frühen Einbindung der Key User bis zur Schulung nach dem Go-live. Ohne diese Begleitung nutzt ein Unternehmen selbst ein starkes Modulsystem nicht aus, weil am Ende Menschen die Prozesse leben.
Wer prüfen will, welche Module für das eigene Unternehmen sinnvoll sind, findet in einer ERP-Beratung den passenden Einstieg, inklusive einer ehrlichen Einschätzung, wo der Standard reicht und wo sich Anpassungen lohnen.
Single Source of Truth statt Insellösung
Finanzbuchhaltung, Warenwirtschaft, CRM, Produktion und Service laufen bei Haufe X360 auf einer gemeinsamen Datenbasis (Single Source of Truth). Das ist der Unterschied zu einer Landschaft aus Einzeltools: Ein Beleg wird einmal erfasst und steht in allen Modulen zur Verfügung.
Als zertifizierter Gold-Partner unterstützt BOLD & EPIC Transform mittelständische Unternehmen dabei, die passenden Module zu finden, einzuführen und weiterzuentwickeln.
Sie brauchen Unterstützung bei der Frage, welche Haufe-X360-Module für Ihr Unternehmen sinnvoll sind? Im Zuge unserer ERP-Beratung helfen wir Ihnen gerne bei der Entscheidungsfindung. Sprechen Sie uns an.
FAQ zu Haufe X360 Modulen
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Drei Blöcke bestimmen den Preis: Lizenzen, Einführung und laufender Betrieb. Die Lizenz wird pro Nutzer und Modul berechnet. Der Einführungsaufwand hängt an Prozessumfang, Zahl der Schnittstellen und Individualisierungsgrad. Deshalb lohnt sich der Blick auf die Gesamtkosten über 5 bis 10 Jahre statt nur auf den Einstiegspreis.
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Nein. Die Module lassen sich kombinieren und später ergänzen, etwa wenn ein Unternehmen zunächst Finanzbuchhaltung und Warenwirtschaft einführt und Produktion oder Service in einer zweiten Phase folgen.
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Für den Mittelstand sind 4 bis 6 Monate bis zum Go-live realistisch. Die Dauer hängt vor allem an Modulanzahl, Datenqualität und Individualisierungsgrad.
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Über eine dokumentierte, offene API. DATEV ist über eine im ERP integrierte Schnittstelle angebunden, Webshops und CRM-Systeme über zertifizierte Konnektoren , alles Weitere über die offene REST- und SOAP-API. Auf die Art lassen sich alle Daten auf einmal erfassen und überall nutzen. Das größere Risiko liegt weniger in der Technik als in Doppelpflege und Medienbrüchen, die dadurch entfallen.
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Das hängt von den genutzten Modulen ab. Zu Projektbeginn entsteht ein individueller Ressourcenplan, der beiden Seiten Planungssicherheit gibt.